Das ELOC-Projekt

Bioakustisches Monitoring von Elefanten und ihrem Lebensraum

ELOC ist ein Technologieprojekt für den Artenschutz, das kostengünstige, solarbetriebene bioakustische Monitoring-Systeme für Asiatische Elefanten (und die Bedrohungen denen sie ausgesetzt sind) entwickelt. Durch die Kombination von Feldrekorder, Echtzeit-Datenübertragung und KI gestützter Software zielt ELOC darauf ab, die Präsenz von Elefanten und illegale Aktivitäten – etwa illegale Abholzung – in abgelegenen Gebieten (wie z.B. Regenwäldern) zu erkennen.
ELOC Elephant Locator
ELOC

Why ELOC

Elefanten in ihrem dichtem Waldhabitat zu finden und zu überwachen ist schwierig: Die Tiere werden oft eher gehört als gesehen, und konventionelle Methoden – darunter line-transect, Dungzählungen, Drohnen, GPS-collars, DNA-Analysen und Kamerafallen – sind meist entweder sehr arbeitsintensiv, teuer, invasiv, können nur Kleinräumig oder zu bestimmten Tageszeiten eingesetzt werden. Wir haben sie bereits alle ausprobiert und wissen wovon wir sprechen. 
ELOC („Elephant LOCator“) erforscht einen neuen, nicht-invasiven Ansatz, um Elefanten unter diesen herausfordernden Bedingungen zu überwachen: passives akustisches Monitoring. Elefanten kommunizieren über ein breites Spektrum von Lauten, darunter tieffrequente Rumbles, Trompeten, Brüllen, Knurren, Quietschen und Bellen. Viele dieser Lautäußerungen, insbesondere Rumbles, können über große Entfernungen gehört werden.

Mobirise


Elefanten zu lokalisieren und verfolgen zu können, ist immens wichtig zur Unterstützung von Ranger teams die diese seltenen Tiere schützen sollen. Zu wissen, wo Elefanten voraussichtlich als Nächstes Felder plündern werden – und Felder rechtzeitig vor erheblichen Schäden vorbereiten und bewachen zu können – kann den Unterschied zwischen erfolgreicher Prävention und kostspieligen Verlusten ausmachen, zwischen friedlichem Zusammenleben und Konfrontation auf Leben und Tod. Ebenso ist die rechtzeitige Entsendung von anti-poaching teams zum richtigen Ort häufig entscheidend für einen wirksamen Schutz der Elefanten vor Wilderen.

Mobirise


Die Überwachung von Bedrohungen für den Lebensraum des Sumatra-Elefanten – des ausgesprochen biodiversen Regenwaldes Sumatras – ist ebenso anspruchsvoll wie wichtig. Deshalb haben wir die Fähigkeiten von ELOC erweitert, um wesentliche Bedrohungen, etwa den Betrieb von Motorsägen, zu erkennen, damit Ranger teams in die richtigen Gebiete geschickt werden können, bevor erhebliche Schäden entstehen. Es ist oft unmöglich, die großen Gebiete, in denen Elefanten leben, mit Patrouillenteams engmaschig und rund um die Uhr zu überwachen. Und Satellitenbilder erkennen die Zerstörung häufig erst, wenn bereits erheblich Flächen gerodet wurden. ELOC hat das Potenzial unsere Naturschutzpartner vor Ort dabei zu unterstützen den Wald vergleichsweise kostengünstig und vor allem effektiv zu beschützen.

ELOC Elephant Locator Web Interface
SECI ELOC


Seit 2021 hat ELOC im Rahmen von Feldstudien, studentischen Forschungsprojekten und Partnerschaften mit Universitäten sowie Artenschutzorganisationen Elefantenlaute und andere Waldgeräusche erfasst und analysiert. Das Projekt hat eine umfangreiche Referenzdatenbank mit rund 5.000 gelabelten Elefantenlautäußerungen und mehr als 30 TB Audioaufnahmen aus über 500.000 Dateien aufgebaut.
Dieser Datensatz bildet die Grundlage für die Entwicklung von Machine-Learning-Modellen, die Elefantenlaute und Bedrohungen für den Artenschutz automatisch erkennen. ELOC entwickelt sowohl cloudbasierte Modelle als auch leichte KI Modelle, die direkt auf Feldgeräten laufen können und so eine Echtzeiterkennung selbst in den abgelegensten Wäldern ermöglichen.

Zusammenarbeit – der Schlüssel zum Erfolg

ELOC basiert auf der Zusammenarbeit zwischen Artenschutzpraktiker:innen, Ingenieur:innen, Informatiker:innen, Universitäten und lokalen Partnerorganisationen.
Zum Kernteam gehören ELOC-Projektleiter und Chefingenieur „Ed“ Stephan Stange, SECI-Präsident und IEP-Projektmanager Dr. Alexander Mossbrucker sowie das SECI-Team Dr. Marc Wieland, Dr. Karl Radtke und Boris Reichle, die gemeinsam mit den Forschungsassistentinnen (und ehemaligen SECI-Grantees) Giot Simanullang und R. A. Nabila (Universitas Gadjah Mada) sowie weiteren akademischen und nicht-akademischen Partnern am Projekt arbeiten.
Ein Großteil der Feldarbeit wird in enger Zusammenarbeit mit PT Alam Bukit Tigapuluh umgesetzt (ein großes Dankeschön an das Feldteam: Haldo, Agi, Gustri, Dores und die Crew) sowie deren Partnern in Jambi (Sumatra).
Weitere wichtige Kooperationspartner sind Dr. Asanka Sayakkara (University of Colombo, School of Computing – Asanka und sein Team prägten ursprünglich den Namen „ELOC“ und begannen die Forschung zunächst in Sri Lanka), Dr. Daniela Hedwig (Cornell University), Dr. Shermin de Silva (UC San Diego) und Dr. M. A. Imron (Universitas Gadjah Mada). Im Laufe der Jahre wurde das Projekt von vielen weiteren sachkundigen Menschen tatkräftig unterstützt, die hier nicht alle genannt werden können – vielen herzlichen Dank – ihr wisst, wer ihr seid!

Ein riesiges „Dankeschön“ an unsere Sponsoren!

Das ELOC-Projekt wurde finanziell vom International Elephant Project (IEP), der Rufford Foundation, SECI und dem Asian Elephant Conservation Fund des U.S. Fish & Wildlife Service unterstützt. Vielen herzlichen Dank für die großzügige Unterstützung!

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